Bröckelt der einheitliche Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bereits?
Wie die Ärztezeitung vom 22. Mai meldet, erhalten gesetzlich Versicherte bei der Securvita Krankenkasse eine Prämie, wenn sie auf bestimmte Leistungen verzichten. Die Krankenkasse aus Hamburg sieht darin eine "Alternative zum starren Kassen-Einheitssystem". Sie erwartet, dass eine vierstellige Zahl von Versicherten die Möglichkeit nutzen wird, um für eine Prämie von 300 Euro (maximal 20 Prozent des eingezahlten Beitrags) auf bestimmte Leistungen zu verzichten. Dies sind Fahrtkosten (mit Ausnahme von Rettungsfahrten), Badekuren, Mutter-Kind-Kuren, Haushaltshilfen, Heilmittel und Homöopathie. Dieser Tarif beinhaltet einen Rettungsschirm: Wer die Prämie erhält und dennoch eine der Leistungen in Anspruch nehmen muss, trägt einen Selbstbehalt von 600 Euro - das Risiko bleibt also auf 300 Euro beschränkt. Die Laufzeit des Wahltarifs beträgt drei Jahre und kann kombiniert werden mit einem weiteren Angebot, bei dem Mitglieder 900 Euro erstattet bekommen, wenn sie in einem Jahr gar keine Leistungen in Anspruch nehmen.
Nach Auskunft der Krankenkasse ist dieser Wahltarif nach Paragraf 53 SGB V erlaubt und bereits vom Bundesversicherungsamt genehmigt.