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Versorgung  • Rosa Beilage 1/2011

Leitlinie Kreuzschmerz berücksichtigt Psyche

01. März 2011
 

(ab). Psychosoziale Faktoren sind mit dafür verantwortlich, wenn aus akuten Rückenschmerzen chronische werden. Diese Erkenntnis fließt in die Nationale VersorgungsLeitlinie „Kreuzschmerz“ ein, die im Dezember in der Langfassung (rund 200 Seiten) und im Februar in der Kurzfassung (rund 70 Seiten) erschienen ist. Darüber hinaus existiert eine „Kitteltaschenversion“ mit den wesentlichen Informationen. Eine PatientenLeitlinie befindet sich in Vorbereitung. Die Leitlinie enthält Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von PatientInnen mit „nichtspezifischem Kreuzschmerz“.

Kreuzschmerzen sind weit verbreitet und gehören zu den teuersten Erkrankungen in den industrialisierten Ländern. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes von 2006 kostet die Behandlung rund 8,4 Millliarden Euro pro Jahr. Der Hauptanteil der Kosten entfällt auf PatientInnen mit chronischem Rückenschmerz (80 Prozent). Mitverursacher von chronischen Rückenleiden sind Studien zufolge Depressivität und beruflicher Stress. Die Leitlinie enthält daher zahlreiche Hinweise, die in das Aufgabenfeld der PsychotherapeutInnen gehören:

  • Bei anhaltenden Rückenschmerzen sollen auch psychosoziale Risikofaktoren erfasst werden.
  • Bei subakuten Kreuzschmerzen und Vorliegen psychosozialer Risikofaktoren soll Kognitive Verhaltentherapie angeboten werden.
  • Bei chronischen Rückenschmerzen soll Kognitive Verhaltenstherapie innerhalb eines multimodalen Therapiekonzepts angewendet werden.
  • Bei andauernden Kreuzschmerzen (zwei Wochen) können Psychotherapeuten zur weiteren Diagnostik und Behandlung konsultiert werden.

Weitere Informationen: www.versorgungsleitlinien.de, www.bptk.de