Psychische Gesundheit von Jungen „bedenklich“
(ab). Präventionsangebote und medizinische Versorgung – insbesondere bei psychischen Erkrankungen – müssen besser an den unterschiedlichen Bedürfnissen von Männern und Frauen ausgerichtet sein. Das ist ein Ergebnis des Ersten Deutschen Männergesundheitsberichts, der im vergangenen Herbst erschienen ist. Herausgegeben wurde der Bericht von der „Stiftung Männergesundheit“ und der „Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V.“ mit Unterstützung der Deutschen Krankenversicherung AG. Initiatoren waren Dr. Matthias Stiehler (Dresden), Prof. Klaus Hurrelmann (Bielefeld) und Prof. Theodor Klotz (Weiden). Das Bundesgesundheitsministerium sah – trotz vielfacher Appelle über Jahre hinweg – keinen Bedarf.
Mitgewirkt hat das Tübinger Sozialwissenschaftliche Institut GbR (SOWIT), das den Bereich “Jungengesundheit“ bearbeitete. Festgestellt wurde, dass die Mehrzahl der Jungen „zwar erfreulicherweise als gesund zu bezeichnen ist“. In einigen Bereichen sei die Lage jedoch „bedenklich“. Genannt werden die psychische Gesundheit, Suizid, Unfälle und Hodenkrebs. Verdeckte Depressionen von Jungen würden oft nicht erkannt. „Ein geringer sozialer Status und Migrationshintergrund verschärft die Situation nochmals und verringert die ohnehin schwierigen Zugänge zu gesundheitlicher Bildung, Versorgung und Beratung“, heißt es weiter. Gesundheitsbildung und -versorgung seien insgesamt zu wenig auf Jungen eingestellt und konzeptionell unzureichend auf sie ausgerichtet, resümieren die Autoren Gunter Neubauer und Reinhard Winter.
Das 200 Seiten starke Buch richtet sich vorrangig an Medizin, Wissenschaft, Politik und Krankenkassen. Es ist erhältlich im Buchhandel.
Weitere Informationen: www.maennergesundheitsbericht.de, www.sowit.de