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Landesberichte Thüringen

Regionale Treffen - erste Mitgliederversammlung in Thüringen am 5.4.2000

25. Februar 2007

Mit einer regionalen Mitgliederversammlung hat sich nunmehr auch in Thüringen am 5.4.2000 im Intercity Hotel in Weimar eine Landesgruppe der DGVT konstituiert.

 

Als Gast war Heiner Vogel vom Vorstand der DGVT eingeladen. Er unterstützte die Versammlung mit zahlreichen Informationen rund um das Psychotherapeutengesetz und dessen Auswirkungen sowie Auskünften zur Gestaltung von Psychotherapeutenkammern in verschiedenen Bundesländern. Die Landesgruppensprecherinnen Christine Böber und Uschi Jostock-Giese wurden von den Mitgliedern in ihrer Funktion bestätigt. Sowohl niedergelassene Psychotherapeuten als auch angestellte Psychologen und Psychotherapeuten aus Kliniken, Beratungsstellen und anderen Institutionen sind in Thüringen Mitglieder der DGVT. Auf der Mitgliederversammlung wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen beleuchtet.

Entstehungsgeschichte und Auswirkungen des Psychotherapeutengesetzes wurden eingehend diskutiert. Für die niedergelassenen Psychotherapeuten in Thüringen und den anderen neuen Bundesländern kam es nach der Einführung des Psychotherapeutengesetzes am 01.01.1999 zu erheblichen finanziellen Einbu�?en bis hin zur Existenzbedrohung. Für das laufende Jahr konnte zwar nach langen Verhandlungen eine Einigung mit der Kassenärztlichen Vereinigung erreicht werden, doch bleibt diese deutlich hinter einem Urteil des Bundessozialgerichtes zurück. Auch fühlen sich viele Praxen durch mögliche Rückzahlungsforderungen noch in ihrer Existenz bedroht.

Im Thüringer Sozialministerium wird zur Zeit an einer Änderung des Heilberufegesetzes gearbeitet, die die Gründung einer Psychotherapeutenkammer vorsieht.
Die Arbeitsgemeinschaft der Berufsverbände in Thüringen (BDP, Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten, DPTV) hat einen Satzungsentwurf für die Psychotherapeutenkammer erarbeitet und zu einer Vollversammlung aller Psychotherapeuten eingeladen, auf der dieser Entwurf diskutiert werden sollte. Leider hat diese Einladung nicht alle erreicht, deshalb soll der Termin auf den 20.05.2000 verlegt werden.

Unabhängig von diesem Satzungsentwurf wurden bei der Mitgliederversammlung folgende wünschenswerte Aspekte hinsichtlich der Kammergründung diskutiert:
Für die Entwicklung eines einheitlichen Berufsbildes wäre zum Beispiel eine Mitgliedschaft der ärztlichen Psychotherapeuten wünschenswert. Kostenreduzierend wäre es für ein kleines Bundesland wie Thüringen, mit anderen Bundesländern gemeinsam eine Kammer zu gründen. Günstig könnte es ebenfalls sein, eine repräsentative Beteiligung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, angestellten und niedergelassenen Psychotherapeuten zu etablieren. vAuch Ausbildungskandidaten der Psychotherapie sollten vertreten sein. Die Kammersatzung sollte demokratisch gestaltet werden. Ein Rahmen für die Zusammenarbeit mit Verbänden psychisch Kranker wäre abzustecken. Die Mitglieder wollen diese Aspekte bei der Vollversammlung einbringen, die Landesgruppensprecherinnen wollen ggf. im Vorfeld das Gespräch mit den Berufsverbänden in Thüringen suchen.

Je nach Bedarf soll die nächste Mitgliederversammlung im Juni oder September stattfinden. Dort wird es weiter um die Psychotherapeutenkammer gehen und darum, wie sich die DGVT Thüringen in das gesundheits- und berufspolitische Geschehen einbringen will und sich die Verhaltenstherapeuten untereinander stärker vernetzen können.