In der Psychiatrie gibt es Paradigmen, die wechseln hin und wieder. Es geht um die Orientierung im Großen und Ganzen, darum, wie sich psychische Leiden behandeln lassen, wie man mit betroffenen Menschen umgeht und wie zweckmäßige Versorgung zu arrangieren wäre. Das alles hängt ja eng miteinander zusammen. Keiner weiß vorher, was aus einer Neuerung wird, aber es könnte gerade wieder einmal so sein, dass sich Grundsätze der Psychiatriearbeit wandeln.
Was Mädchen und Jungen (vermeintlich) wollen und wie sie sich präsentieren, ist ein viel diskutiertes Thema und wird in unterschiedlichen Studien aufgegriffen (vgl. z. B. Boos-Nünning/Karakasoglu 2005; Allmendinger 2009; Koch-Priewe 2009; Shell Jugendstudien 2006/2010). Geschlechtsdifferenzierte und nach Migrationshintergrund kategorisierte Daten und Theorien bilden eine wichtige Grundlage für die Praxis1. Die Erfassung und Interpretation von Lebensentwürfen …
Kaum ein Politikfeld hat sich in Deutschland in den letzten Jahren so dynamisch entwickelt wie die Integrationspolitik. Mit dem Antritt der rot-grünen Bundesregierung 1998 begann die grundlegende Reform der „Ausländerpolitik“ der alten Bonner Republik, die zur kontinuierlichen Erweiterung und Ausdifferenzierung staatlicher Integrationsansätze führte (vgl. Ennigkeit 2008; Michalowski 2007; Schönwälder 2004). Die hierfür notwendige Grundlage bildete die politische …
Der Reformbedarf des Psychotherapeutengesetzes, mit dem mittlerweile mehr als zehn Jahre Erfahrungen gesammelt werden konnten, ist insbesondere bei zwei Aspekten unbestritten:
Anpassung der Zugangsvoraussetzungen zur Psychotherapieausbildung in Folge der Bologna-Reform.
Die im Psychotherapeutengesetz als Zugangsvoraussetzungen genannten Studienabschlüsse werden von Studierenden heutzutage nicht mehr erzielt. Aufgrund der neu eingeführten Bachelor- bzw. Masterabschlüssen muss der Zugang zur …
In einem Beitrag von Herrn Gleiniger wird ein Modell der „Dualen Direktausbildung“ vorgestellt. Dieses begründet sich großteils mit einer Kritik an einem Modell der „Basalen Direktausbildung“, wie es z.T. von der DGPs vertreten wird. Während die Kritik z.B. am DGPs-Modell an verschiedenen Stellen wenig stichhaltig ist, verdient das Alternativmodell trotzdem, sich mit ihm intensiv zu beschäftigen und seine Vor- und Nachteile abzuwägen.
KipE-Rheinland ist ein Förderprogramm, das sich speziell an Kinder psychisch erkrankter Eltern wendet, um den Familien schnell und unbürokratisch zu helfen.
Von Rolf Mertens und Isabel Krämer
Kinder psychisch erkrankter Eltern sind Angehörige, deren Risiko, selbst psychisch zu erkranken, erhöht ist. Ein bedarfsgerechtes psychosoziales Versorgungssystem muss für betroffene Familien entsprechende Hilfen vorhalten.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Angebote für Kinder psychisch …
Der dgvt-Vorstand hat beschlossen, in loser Reihenfolge Interviews mit wichtigen früheren Förderern des Verbandes und der Verhaltenstherapie führen zu lassen. Damit soll zum einen eine Ehrung und Wertschätzung dieser Personen verbunden sein. Zum anderen sollen aber die heutigen Mitglieder mehr über die Historie, die Wurzeln und die zum Teil sehr spannungsgeladenen Entwicklungslinien der dgvt kennen zu lernen.
Steffen Fliegel wurde vom Vorstand gebeten, die Gespräche zu führen und zu …
In rund 180 Veranstaltungen mit über 600 ReferentInnen werden beim alljährlichen Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit 2013“ gesundheitspolitische Themen diskutiert. Die Themenpalette reicht von den Auswirkungen des europäischen Fiskalpakts auf das deutsche Gesundheitswesen über die Neuausrichtung der Pflegeversicherung bis hin zur Patientensicherheit in den Kliniken. VertreterInnen aller Gesundheitsberufe kommen miteinander ins Gespräch. Alle wichtigen Menschen müssen hin, weil alle …
Seit 20 Jahren besitzen auch wir Deutsche eine doppelte Staatsbürgerschaft. Bewusst ist das den meisten vermutlich nicht, denn mit dem Vertrag von Maastricht sind wir seit 1993 zugleich Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union - wenn auch ohne eigenen Pass oder Personalausweis. Vielleicht ist das ein Grund, warum so wenige EU-Bürgerinnen und Bürger ihre Rechte kennen, die sie seitdem überall in der auf 27 Mitglieder angewachsenen Staatenfamilie genießen können. Allerdings ist für uns …
Sind PsychotherapeutInnen schlecht ausgebildet? Diese provokante These, von SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach und Prof. Wittchen (Universität Dresden) beim ZEIT-Forum der Wissenschaft im März 2013 vertreten, schlägt weiter Wellen. Nachdem die DGVT protestierte und Prof. Wittchen sich dazu äußerte[1] (siehe VPP 2/2013, S. 536f), nimmt nun Torsten Padberg, PP und Mitglied der DGVT-BV-Fachgruppe Niedergelassene, Stellung in einem Leserbrief an die VPP-Redaktion.